ZUM CORONAVIRUS

Artikel und Links

Artikel vom 21.03.2020

AUSGANGSSPERRE UND DANN ?

Am Wochenende kommt's drauf an: Die Deutschen müssen zeigen, dass sie auch in ihrer Freizeit ernsthaft Abstand voneinander halten, um die rasante Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen. 

Kanzleramtschef Helge Braun findet in einem aktuellen Interview deutliche Worte. „Wir werden uns das Verhalten der Bevölkerung an diesem Wochenende anschauen”, sagte der CDU-Politiker. „Der Samstag ist ein entscheidender Tag, den haben wir besonders im Blick.”

 

Grund für die eindringlichen Worte: Am Sonntag wird Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder die nächsten Schritte in der Corona-Krise beraten. Dabei dürfte es auch darum gehen,

ob und wann Ausgangssperren verhängt werden sollen.

Mehrere Regierungschefs hatten bereits am Donnerstag mit diesem Szenario gedroht.

 

Darf die Regierung das überhaupt?

Was heißt „Ausgangssperre” eigentlich genau? Darf man dann wirklich nicht mehr das Haus verlassen – und bekommt es mit der Polizei zu tun, wenn man es doch tut? Und: Darf die Regierung die Bürger überhaupt zu Hausarrest verdonnern?

 

Dass Ausgangssperren in bestimmten Situationen tatsächlich rechtmäßig sind, regelt Paragraf 28 des Infektionsschutzgesetzes. Demnach kann die zuständige Behörde „Personen verpflichten, den Ort, an dem sie sich befinden, nicht zu verlassen oder von ihr bestimmte Orte nicht zu betreten, bis die notwendigen Schutzmaßnahmen durchgeführt worden sind.”

 

Geld- und Gefängnisstrafen drohen

Da das Robert-Koch-Institut die Gefährdungslage als hoch einschätzt, wäre die Anwendung des Infektionsschutzgesetzes begründbar, sagen Rechtsexperten. Und betonen: Wer nicht mitspielt, kann bestraft werden. Auch das steht geschrieben. Wer der verbindlichen Anordnung zuwiderhandelt, muss laut Infektionsschutzgesetz mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder mit einer Geldstrafe rechnen.

 

Verlassen der Wohnung verboten

Wie weit der Aktionsradius der Bürger im Falle einer Ausgangssperre eingeschränkt wäre, ist nicht im Gesetz festgelegt. Ziemlich sicher ist aber: Er wäre empfindlich eingeschränkt. Anhand der schon in einigen Nachbarstaaten verhängten Sperren lässt sich ableiten, was die Maßnahme für Deutschland bedeuten würde.

 

Nur noch die nötigsten Wege

 Verboten wären das Verlassen der eigenen Wohnung und damit auch das Betreten von öffentlichen Straßen, Plätzen, Parks. Erlaubt wären aber weiterhin notwendige Gänge und Fahrten wie Arztbesuche, Einkäufe, Tanken, Bankbesuche und Fahrt zur Arbeit (sofern Homeoffice unmöglich ist).

 

Sportler, Eltern, Hundebesitzer

Auch Sporttreiben im Freien ist in den meisten Ländern mit Ausgangssperre noch zulässig – sofern man dabei allein ist. Hundebesitzer dürfen Gassi gehen, müssen aber in Wohnungsnähe bleiben. Getrennt lebende Eltern dürfen ihre Kinder besuchen. Auch darf man das Haus verlassen, um Hilfsbedürftige zu unterstützen.

 

Quelle: https://www.nordkurier.de/node/387902

wichtige Links

Zu den aktuellen Information und Statistiken vom Bundesgesundheitsministerium zum Coronavirus: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus.html

 

Die aktuellen Fallzahlen, dazu viele Hinweise und Erklärungen veröffentlicht vom Robert Koch Institut (RKI):

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Fallzahlen.html

 

Wie wir uns verhalten können:

https://www.zusammengegencorona.de/

 

Link der BZgA zu "Was ist Corona?" und

"Wie können wir uns schützen?" :

https://www.infektionsschutz.de/coronavirus/

 

Das Internetportal der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern:

https://www.regierung-mv.de/Landesregierung/bm/Blickpunkte/Coronavirus

Maßnahmen-gegen-die-Ausbreitung-des-Corona-Virus

 

Simulationen und Grafikmodele zur Ausbreitung und Verlauf der Corona-Pandemie:

https://www.washingtonpost.com/graphics/2020/health/corona-simulator-german/?utm_source=pocket-newtab

 

 


Warum sterben in Italien so viele Menschen an Corona?

Auszüge aus verschiedenen Artikeln der letzten Tage

Quelle: Die Welt online

https://www.welt.de/wissenschaft/article206649557/Coronavirus-Das-weiss-Italien-ueber-die-Toten.html

 

Die Autoren analysierten die Daten von mehr als 2000 Covid-19-Todesopfern. Bei rund 18 Prozent davon wurden zudem die Krankenakten mit Blick auf mögliche Vorerkrankungen untersucht. Das Ergebnis: Nur drei Personen – das entspricht 0,8 Prozent der Untersuchten – hatten vor der Infektion keine Vorerkrankungen.

 

48,5 Prozent der Todesopfer hatten unter mindestens drei Vorerkrankungen gelitten. Bei 25,6 Prozent wurden zwei und bei 25,1 Prozent eine Vorerkrankung festgestellt. Mehr als drei Viertel der Untersuchten litten unter hohem Blutdruck, mehr als ein Drittel an Diabetes. Bei jedem dritten Verstorbenen wurde eine Herzkrankheit festgestellt.

 

Das Durchschnittsalter der infolge einer Coronavirus-Infektion gestorbenen Menschen liegt in Italien bei 79,5 Jahren. Bis zum 17. März waren 17 Personen unter 50 Jahren an der Krankheit gestorben. Bei den Todesopfern unter 40 Jahren handelte es sich der Studie zufolge ausschließlich um Männer mit schwerwiegenden Vorerkrankungen – etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Nierenleiden oder Diabetes.

 

 

Die Regierung von Premierminister Giuseppe Conte denkt zurzeit über eine zeitliche Ausdehnung des landesweiten Lockdowns nach, wie die Zeitung „La Stampa“ berichtet. Italien hat bislang mehr als 35.000 Infektionsfälle und knapp 3000 Tote (Stand: 18. März, 18 Uhr) gezählt. Die Todesrate liegt bei rund acht Prozent – deutlich höher als in anderen Ländern.

 

Daten vom Dienstag wiesen zunächst auf eine Verlangsamung der Ausbreitung in dem Land hin. Manche Experten vermuten jedoch, dass Italien die tatsächliche Zahl der Fälle unterschätze, weil nur Patienten mit Symptomen getestet würden. In der Vergangenheit hatte sich gezeigt, dass nicht alle Infektionen auch zu Krankheitssymptomen führen.

 

 

Laut der GIMBE-Stiftung in Bologna haben sich rund 100.000 Italiener mit dem Virus infiziert, berichtet die Zeitung „Il Sole 24 Ore“. Stimmt diese Schätzung, läge die tatsächliche Quote der Todesopfer in Italien näher am weltweiten Durchschnitt von rund zwei Prozent.

 

Die Zahl der Todesopfer durch die Corona-Pandemie ist in Italien besonders hoch. Woran liegt das?

 

Von Matthias Rüb, Rom   - Aktualisiert am 20.03.2020-15:20  FAZ Online

https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/coronavirus/corona-pandemie-warum-sterben-in-italien-so-viele-16688344.html

 

Am Freitag hat China nach offiziellen Angaben den zweiten Tag in Folge keinen neuen Fall einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus registriert. Die Nationale Gesundheitskommission meldete zudem nur drei neue Todesfälle, der geringste Anstieg innerhalb eines Tages seit Januar. Insgesamt starben in Festlandchina nach offiziellen Angaben bislang 3248 Menschen an der durch das Virus verursachten Lungenkrankheit Covid-19.

 

Schon am Donnerstag hatte Italien, das in Europa am stärksten von der Pandemie betroffene Land, das Ursprungsland China bei der Zahl der Todesopfer überholt. Mit 427 weiteren Todesfällen binnen 24 Stunden war die Zahl der Toten auf 3405 gestiegen. Und jeder wusste, dass der Abstand zu China mit den Schreckenszahlen, die der Zivilschutz täglich um 18 Uhr mitteilt, am Freitagabend wachsen würde.

 

Über die Ursachen für die außerordentlich hohe Zahl an Todesopfern in Italien rätseln die Wissenschaftler. Unstrittig ist, dass Italien einen unheilvollen „Vorsprung“ vor anderen europäischen Ländern hat: Das Virus konnte sich offenbar schon seit dem letzten Drittel des Monats Januar in der dicht besiedelten und von starker Wirtschaftsaktivität geprägten Region Lombardei – vor allem in den Provinzen Lodi, Bergamo und Brescia – unerkannt verbreiten, ehe am 20. Februar „Patient eins“ in der Klinik von Codogno (Provinz Lodi) positiv auf das Virus getestet wurde. Insgesamt leben in den besonders von der Epidemie betroffenen norditalienischen Regionen Lombardei, Emilia-Romagna und Venetien fast 40 Prozent aller Italiener. Die Anzahl der Berufspendler in der industriell und landwirtschaftlich hochentwickelten Region ist sehr hoch.

 

Womöglich hätte sich der Ausbruch der Epidemie besser eindämmen lassen, wenn nach dem Modell der am 21. Februar für zunächst zwei Wochen verhängten Totalquarantäne für Codogno und Umgebung mit zusammen rund 50.000 Einwohnern bald darauf auch in den Provinzen Bergamo und Brescia die dortigen Seuchenherde vollständig abgeriegelt worden wären. Stattdessen kam die angesichts der großen Ausdehnung des Gebiets kaum mehr mit Polizeimitteln durchzusetzende Ausgangssperre für die gesamte Lombardei sowie 14 weitere Provinzen in Nord- und Mittelitalien erst am 8. März (und für ganz Italien dann am 11. März). Die sprunghafte Zunahme der Infektionen mit dem Coronavirus und der Todesfälle in den Provinzen Bergamo und Brescia konnte bisher durch die allgemeine Ausgangssperre nicht gebremst werden.

 

 

99 Prozent der Todesfälle mit Vorerkrankungen

 

Nach einer am Dienstag veröffentlichen Erhebung des nationalen italienischen Gesundheitsamts (ISS), die auf der Untersuchung von 2000 Todesfällen beruht, litten mehr als 99 Prozent der Verstorbenen an einer oder mehreren Vorerkrankungen. Nur bei drei Personen – das entspricht 0,8 Prozent der Untersuchten – seien vor der Infektion mit dem Coronavirus keine Vorerkrankungen bekannt gewesen. 48,5 Prozent der Todesopfer litten unter drei Vorerkrankungen, bei 25,6 Prozent wurden zwei Erkrankungen und bei 25,1 Prozent eine Vorerkrankung festgestellt. Bei mehr als drei Viertel der Untersuchten wurde Bluthochdruck festgestellt. Bei gut einem Drittel wurde zuvor Diabetes und bei einem weiteren Drittel eine Herzkrankheit diagnostiziert.

 

Das Durchschnittsalter der nach einer Coronavirus-Infektion Verstorbenen lag der Studie zufolge bei 79,5 Jahren. Am gefährdetsten ist die Alterskohorte zwischen 80 und 90 Jahren. Bis zum 17. März wurden insgesamt nur 17 Personen unter 50 Jahren unter den Todesopfern registriert. Rund 70 Prozent der Todesopfer waren Männer. Bei den Todesopfern unter 40 Jahren handelte es sich sogar ausschließlich um Männer mit schwerwiegenden Vorerkrankungen – etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Nierenleiden oder Diabetes.

 

 

Warum sterben vor allem ältere Männer?

 

Nach Erkenntnissen des ISS vergingen von dem Augenblick, da die Patienten über erste Symptome klagten, bis zum Zeitpunkt der Verlegung in die Klinik wegen sehr hohen Fiebers oder schwerer Atemnot durchschnittlich vier Tage. Nach weiteren durchschnittlich vier Tagen Betreuung auf der Intensivstation mit künstlicher Beatmung starben die Patienten. Warum vor allem ältere Menschen – und unter diesen überwiegend Männer – an der Coronavirus-Infektion sterben, ist unklar.

 

Am Donnerstag teilte Alberto Villani, Präsident des italienischen Kinderarztverbandes, bei der täglichen Pressekonferenz des Zivilschutzes mit, dass bisher rund 300 Kinder positiv auf den Erreger getestet worden seien. In keinem Fall habe es einen schweren Krankheitsverlauf gegeben. „Das Coronavirus an sich ist kein pädiatrisches Problem“, sagte Villani. Aber Kinder und Jugendliche ohne Krankheitssymptome könnten besonders häufig das Virus übertragen – wenn sie Oma und Opa besuchen oder von diesen betreut werden.

 

Möglicherweise tragen das hohe Durchschnittsalter der italienischen Bevölkerung von 46,3 Jahren sowie der Umstand, dass 35 Prozent der 60 Millionen Einwohner älter als 65 Jahre sind, zur offenkundig überdurchschnittlich hohen Mortalitätsrate in Italien bei. Denn im Verhältnis zur Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten von rund 41.000 ergibt sich in Italien der sehr hohe Anteil eines tödlichen Krankheitsverlaufs von mehr als acht Prozent. In China wurde eine Sterblichkeitsrate von vier Prozent, in Südkorea von einem Prozent und in Deutschland bisher von nur 0,3 Prozent ermittelt.

 

Allerdings wird ein seriöser Vergleich der Infektions- und Todesfälle durch die Tatsache erschwert, dass überall nach unterschiedlichen Kriterien die Todesursache ermittelt und auch nach verschiedenen Vorgaben in der jeweiligen Bevölkerung Tests auf eine mögliche Coronavirus-Erkrankung vorgenommen werden. Wissenschaftler der GIMBE-Stiftung in Bologna nehmen an, dass die Zahl der tatsächlich Infizierten in Italien eher dreimal so hoch ist als offiziell ermittelt, weil zu wenig Personen auf eine mögliche Infektion getestet würden. Andererseits werden in Italien alle Todesfälle der Lungenkrankheit Covid-19 zugerechnet, wenn das Coronavirus neben (multiplen) Vorerkrankungen festgestellt wurde. In anderen Ländern werden solche Todesfälle nicht regelmäßig Covid-19 zugeschrieben.

 

 

 

 

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